Im Interview - Zahnärztin Zohra Naderi

Zahnärztin Zohra NaderiZahnärztin Zohra Naderi, Kinderzahnarztpraxis Zauberwald
Zohra Naderi (Jahrgang 1987) hat von 2007- 2013 Zahnmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) studiert. Zu Ihren Hobbys gehören Sprachen, Reisen, Musik, Kochen, Lesen. Sie verstärkt das Team der dental ästhetik im Bereich der Kinderzahnarztpraxis Zauberwald seit 2016. In der Kinderzahnarztpraxis Zauberwald werden Kinder in einer Atmosphäre behandelt, die Vertrauen schafft. Kinderzahnärztin Zohra Naderi wählt schmerzfreie, kindgerechte Behandlungsmethoden.


Wann sollte die zahnärztliche Frühuntersuchung bei Kindern anfangen?

Ab dem ersten Zahn im Baby-Alter, um mit den Eltern über Ernährung, die richtige Zahnpflege und Fluoride zu sprechen und aufzuklären.

Vom ersten Milchzahn im Babyalter an bis hin zu den bleibenden Zähnen, was müssen Eltern im Verlauf der Jahre beachten?

Die Zahnpflege und regelmäßige Kontrolle beim Kinderzahnarzt ist sehr wichtig. Man sollte die Kinder zu Hause mit dem Zähneputzen nicht alleine lassen, es sollte jeden Tag durch ein Elternteil nachgeputzt werden.

Welche Behandlungen sind bei Kinderzähnen häufig an der Tagesordnung?

Wir bieten halbjährlich zur zahnärztlichen Kontrolle eine Zahnputz-Schule an, in der das richtige Zähneputzen geübt wird. Dann werden häufig kariesfreie Backenzähne versiegelt, bei kariösen Läsionen sind Füllungen und Stahlkronen an der Tagesordnung. Bei ängstlichen oder sehr kleinen Kindern, ist manchmal eine Lachgas-Sedierung gefragt. Ansonsten sind die Kieferorthopädie und bei frühzeitigem Milchzahnverlust der Einsatz von Lückenhaltern eines der häufigsten Behandlungen in einer Kinderzahnarztpraxis.

Wie sollte die Zahnpflege bei Kindern ablaufen?

Ab dem ersten Milchzahn ist es wichtig, dass die Zähne zwei Mal täglich geputzt werden. Dort, wo sich die Zähne im Zwischenraum berühren, gilt es, Zahnseide zu benutzen. Ab dem zweiten Lebensjahr sollte man zwei Mal täglich fluoridhaltige Zahnpasta verwenden.

Welche Informationen geben Sie den Kindern zum Thema Karies?

Wir klären die Kinder altersgerecht auf, was sie wissen können, um keine Angst zu bekommen. Wir sagen meistens, dass sich Kariesbakterien im Zahn einnisten, wenn man die Zähne nicht gut putzt, wenn man zu viele süße Getränke zu sich nimmt oder viele Süßigkeiten isst. Durch die Kariesbakterien entstehen Löcher. Wir duschen den Zahn sauber und jagen die Kariesbakterien weg, damit sie nicht weiter im Zahn leben und nicht noch größere Löcher graben.

Wie vermitteln Sie den Kindern ihr zahnärztliches Instrumentarium?

Diese meist auf Kinder bedrohlich wirkenden Dinge werden bei uns anders genannt! Bei uns heißt der Bohrer beispielsweise „Zahndusche“. Bei kleinen u./ o. ängstlichen Kindern, bei Kindern ohne jegliche Zahnarzt-Erfahrung, führen wir eine Desensibilisierungssitzung durch, in der alle Instrumente mit den kindgerechten Bezeichnungen gezeigt und ausprobiert werden. Damit werden die Kinder optimal auf ihre erste Behandlung vorbereitet und wissen, was auf sie zu kommt, ohne Angst zu haben.

Manche Kinder sind sicher ängstlich...

Durch psychologische Kinderverhaltensführung gehen wir auf Augenhöhe auf die Kinder zu. Wir erzählen den Kindern sehr viel, wir lenken sie ab. Und vor jeder größeren Behandlung machen wir in der Regel eine Desensibilisierungs-Sitzung nach dem Prinzip des „tell – show – do“. Wir gewöhnen das Kind spielerisch an die Zahnarztpraxis und bereiten das Kind auf die nötige Behandlung vor. Durch die kindgerechte Darstellung der Behandlung erfährt das Kind den ungefähren Ablauf einer Behandlung und kann sich somit besser einstellen.

Es ist sicher ein glückliches Gefühl für Sie, wenn Sie den Kindern bei ihren jeweils individuellen Zahnproblemen helfen konnten...

Ja, ganz klar. Ich erinnere mich an einen zweijährigen Patienten, bei dem ich die Behandlung ganz ohne Lachgas und Narkose geschafft habe, mit Geduld, adäquater Verhaltensführung und dank meiner guten Assistenz. Einem anderen sehr ängstlichen Kind konnte ich die Angst vor der Behandlung gänzlich nehmen, indem wir durch die Desensibilisierungssitzung genau erfahren haben was es mag und welche Dinge nicht akzeptiert werden. Die Mutter hat mir nach allen vier Terminen immer wieder gesagt, wie wohl und gut aufgehoben sich ihr Kind bei uns fühlt. Bei einem vierjährigen Mädchen mussten wir einmal die Behandlung abbrechen, wegen zu großer Angst. Mittels Lachgas konnte ich beim nächsten Termin eine entspannte und angstfreie Behandlung durchführen. Das hat mich gefreut, weil wir sonst eine Narkose durchgeführt hätten.

Spätestens, wenn ein kleiner Patient unruhig wird, kommt es sicher auch auf die Unterstützung Ihrer Assistentin Mandy Köhnemann an...

Mandy hat eine ruhige und gleichzeitig bestimmte Art, mit der sie die unruhigen Kinder gut führen kann. Sie lenkt die Kinder zur richtigen Zeit ab und beruhigt sie. Dadurch dass Mandy genau wie ich von Anfang an in spezialisierten Kinderzahnarztpraxen gearbeitet hat, weiß sie stets, was zu tun ist, was ich sehr an ihr schätze.

 

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