Im Interview - Dr. Torsten Mückenheim

Dr. Torsten Mückenheim - „Neue Techniken für bessere Ergebnisse“

Dr. Torsten MückenheimDr. Torsten Mückenheim (Jahrgang: 1963) ist verheiratet und hat 3 Kinder. Von 1985-1992 hat er Zahnmedizin in Tübingen studiert (inkl. Promotion). Seine Famulatur hat er in einem Auslandssemester an einem Krankenhaus in Tonga absolviert. Zu seinen Hobbys gehören seine 3 Kinder, Kochen, englische Sportwagen, Lesen und Reisen.

Die zahnärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Kusche und Dr. Mückenheim in Großhansdorf im Nordosten von Hamburg hat sich auf modernste Behandlungen in der Dentalästhetik spezialisiert. Dr. Torsten Mückenheim ist Spezialist für Zahnersatz und Implantate.

Beruf oder Berufung: Wie kommt es, dass Sie sich für die Tätigkeit als Zahnarzt entschieden haben?

Das hat ein Stück weit familiären Hintergrund, aber nicht weil wir in unserer Familie Zahnärzte haben, sondern über einen alten Schulfreund meines Vaters, der unser Zahnarzt war. Und ich habe von klein auf schon immer gerne etwas mit den Händen gemacht, ob es nun ganz simpel Modellbau war oder es etwas zu reparieren gab. Modellbau hat ja sehr viel mit Präzision zu tun, man muss sich da reinknien und etwas zu Ende bringen, es funktioniert nicht, hier ein bisschen und da ein bisschen zu werkeln. Ich habe dann später ein Praktikum in einer kleinen Praxis gemacht und hatte da großen Spaß, ich war sofort Feuer und Flamme und habe mir gesagt, ja, das will ich studieren.

In der Gemeinschaftspraxis stellen Sie ganz fortschrittliche Behandlungen bereit.

Wir arbeiten daran, wirklich fortschrittliche Verfahren für die eigenen Patienten zu finden. Das sind oftmals Prozesse, die uns von den Fachgesellschaften oder der Industrie zur Verfügung gestellt werden, um eine Behandlung besonders gut und mit maximalem Erfolg durchführen zu können. Es kommen Verfahren an den Markt und etablieren sich langsam, wo sich die Fachwelt anfangs noch gar nicht einig ist, wie benutzt man sie jetzt. Gerade bei der Wurzelkanalbehandlung stößt man auf spezielle Aufbereitungsmaschinen, die bestimmte hochflexible Feilenelemente nutzen.

Früher gab es bei der Wurzelkanalbehandlung regelmäßig abgebrochene Instrumente, das ist heute so gut wie gar nicht mehr der Fall. Manche dieser Techniken haben bis heute in vielen Praxen noch keinen Einzug gefunden. Aber sie erleichtern einen zum einen die Behandlung und machen das Ergebnis viel besser vorhersagbar, diese Techniken machen das Ganze präziser in der Durchführung. So können Laser in der Wurzelbehandlung benutzt werden, um zu einem besseren Ergebnis zu kommen. Das sind Dinge, die früher noch nicht einmal angedacht waren.

Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung fällig?

Die Wurzelkanalbehandlung ist fällig, wenn wir eine so tiefe Karies im Zahn haben, sprich Bakterien, die dann schon die Zahnpulpa bzw. Zahnnerv infiziert haben. Da kommt dann der Patient meist auch schon mit Schmerzen. Wenn wir die Karies entfernen, finden wir häufig einen eröffneten Nerv vor, den man so nicht belassen kann, weil er so infiziert von diesen Bakterien ist, dass er sich nicht wieder erholen wird. Den Nerv muss man entfernen, damit sich die Prognose für den Zahn nicht verschlechtert. Dann gibt’s noch andere Fälle, wo der Patient überhaupt keine Beschwerden hat, wo Zufallsbefunde im Röntgenbild ergeben, dass der Zahn diese zu vermeidende Entzündung der Wurzelspitze bekommen hat. Das sind in der Regel devitale Zähne, bei denen der Nerv im Zahn ganz ohne Beschwerden abgestorben ist. Der Patient hatte vielleicht mal Zahnschmerzen, hat dann eine Tablette genommen und dann war nie wieder etwas, aber der Nerv ist abgestorben. Diese Zähne muss man öffnen, um das infizierte oder massiv infizierte Gewebe rauszuholen, damit der Zahn überhaupt noch eine Chance hat. Nach dieser Behandlung wird diese Entzündung kleiner, über Monate manchmal, auch über ein bis zwei Jahre. Das ist beschwerdefrei, aber röntgenologisch akribisch genau nachprüfbar. Es gibt also zwei verschiedene Situationen, der eine Nerv ist lebendig, mit Schmerzen, der andere tot ohne Beschwerden. Das ist aber viel problematischer, weil da in der Regel noch mehr Bakterien im Zahn sind.

Da hat sicher auch Konsequenzen für das allgemeine Wohlbefinden des Patienten...

Wir machen routinemäßig bei der Erstuntersuchung ein Panorama-, ein Übersichts-Röntgenbild. Dabei sind röntgenologisch durchaus Entzündungen zu erkennen, die der Patient gar nicht bemerkt. Das sind mitunter Zähne, die vor Jahren behandelt worden sind, aber noch mit einer schlechteren Technik, mit anderem Instrumentarium, häufig unvollständig gereinigt. Jahre später im Röntgenbild ergibt sich der Befund, dass da eine Entzündung vorliegt. Es schicken uns durchaus auch Internisten Patienten, bei denen schlechte Blutwerte im Sinne von erhöhten Entzündungswerten im Blut vorliegen. Hier sollten die Zähne auf Entzündungen kontrolliert werden. Man weiß nämlich heute, dass diese Entzündungen durchaus Herzerkrankungen, Diabetes und Rheuma zumindest ein Stück weit anschieben können. Sicher, Zahnwurzelentzündungen sind nie alleinverantwortlich, aber sie geben den Ausschlag, dass der Patient eben doch mit Rheuma zu tun hat oder doch Herzprobleme auftreten, etwas, das sonst in der Ausprägung nicht passiert wäre.

Stichwort Implantologie, wann ist diese angesagt?

Das Implantat ist eine neue, künstlich gesetzte Zahnwurzel. Das Implantat bietet sich dann als eine mögliche Therapieform an, wenn ein Zahn komplett gezogen werden musste, weil er abgebrochen oder tief zerstört ist oder eine Entzündung an der Wurzelspitze vorliegt. Wenn ein Zahn betroffen ist, dann hat man heute die Wahl, in diese Lücke eine neue Zahnwurzel zu setzen. Das können Titanimplantate sein oder auch modernere, allerdings noch nicht so verbreitete Keramikimplantate, die wie ein Schräubchen in den dafür vorbereiteten Kieferknochen eingeschraubt werden. Dadurch sitzen die Implantate stabil und verwachsen mit dem Knochen, sprich sie heilen ein. Dann wird in einem zweiten Schritt, nach einiger Zeit der Einheilung, die Zahnkrone vom Zahntechniker hergestellt und auf dieses Implantat aufgesetzt.

Implantate bieten sicher gewisse Vorteile gegenüber Brücken...

Implantate sind private Leistungen. Wenn das Implantat später versorgt wird, dann übernehmen die gesetzlichen Kassen einen gewissen Teil, den sie sonst für eine Brücke zahlen müssten. Das Implantat ist schon etwas teuerer als eine super moderne Brücke state of the art, die natürlich auch funktioniert, um eine Lücke zu versorgen, zumal wenn die Nachbarzähne schon Kronen haben. Häufig haben wir aber Nachbarzähne, die gesund sind. Da wählen 90 Prozent der Patienten das Implantat als Lückenschluss. Sie möchten sich die Nahbarzähne so gesund erhalten wie sie sind und wollen nicht, dass die Nachbarzähne abgeschliffen werden für eine Brücke. Heute beschäftigt man sich auch sehr viel mit der Roten Ästhetik, sprich, wie kriegt man drum herum tolles Zahnfleisch, das auch wirklich echt aussieht. Man kann das Zahnfleisch formen. Diese typische Zahnfleischgirlande, die man an den natürlichen Zähnen sieht, die kann man heute sehr schön rekonstruieren, was natürlich im Frontzahnbereich extrem wichtig ist.

Sie arbeiten zusammen mit Dr. Kusche in einem Team mit sehr vielen Mitarbeitern und mehreren Spezialisten. Welche Vorteile bietet eine zahnärztliche Gemeinschaftspraxis?

Die Gemeinschaftspraxis hat den großen Vorteil, dass wir uns kollegial im Team austauschen und beraten können. Das geschieht durchaus auch ad hoc, dass man sagt, ich hab hier dieses Problem bei einem Patienten, sag du doch mal was dazu. Wir können uns Arbeitsbereiche aufteilen. Ich bin Generalist und leiste viele zahnärztliche Behandlungen in allen Bereichen, aber zum Beispiel die Kieferorthopädie gebe ich Dr. Kusche ab. Ich habe Kieferorthopädie zwar im Studium gelernt, aber nicht vertieft. Das ist oft auch Neigung, bei mit ist es die Implantologie, bei Dr. Kusche die Kieferorthopädie, wo man sich weiter spezialisiert und ein Fachwissen aufgebaut hat. So haben wir einerseits die Spezialisierung in einzelnen Bereichen, andererseits tauschen wir uns aus, um in der Praxis das gesamte Spektrum der Zahnmedizin anbieten und jeden Patienten optimal versorgen zu können.

Im Rahmen der normalen zahnärztlichen Behandlung werden wir verstärkt von unseren beiden Kolleginnen Frau Stiebi und Frau Roth, die Kinderabteilung betreut unsere Kollegin Frau Naderi.

Offenbar tut sich viel in der zahnmedizinischen Forschung und Entwicklung. Sie besuchen jährlich Kongresse...

Mal ist es ein Update in Implantologie, mal ist es eine Facharzttagung. Oder ich nehme an einem Hands-on-Kurs teil, wo neue Operationstechniken gezeigt und eingeübt werden, meist am Schweinekiefer. Zuletzt war ich auf dem Kopenhagen-Kiel-Symposium in Kiel. Da ging es um Parodontitis. Das Symposium findet jährlich statt und stellt von der universitären, wissenschaftlichen Seite die neuesten Updates vor. Da berichten Praktiker für die Praxis, da werden Studien vorgestellt. Neue Verfahren und Behandlungsmethoden werden in einem OP-Kurs trainiert. Man kann sich da seinen Benefit für die eigene Praxis rausziehen.

Was ist Parodontose? Wie kann man selbst vorbeugen und wie lässt sich Parodontose behandeln?

Parodontitis bezeichnet eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, des Zahnfleisches und des den Zahn umgebenden Knochens. Parodontitis geht in Stufen vonstatten, teilweise schon bei Kindern und Jugendlichen mit einer beginnenden Zahnfleischentzündung. Diese Gingivitis kann eine Vorstufe der Parodontitis sein. Oft hat man als Erwachsener dann ein Leben lang damit zu kämpfen. Dann ist meist auch der darunter liegende Kieferknochen geschädigt, es kommt zum Knochenabbau. Das ist, was im Volksmund Parodontose genannt wird, was wir Zahnärzte als Parodontitis bezeichnen. Die Zähne erscheinen länger, das stört die Patienten meist. Doch der Zahn wird nicht länger, nein, der knöcherne Unterbau baut sich ab und zieht sich mit dem Zahnfleisch vom Zahnhals weg. Der Zahn wirkt dadurch optisch länger. Viel gefährlicher ist natürlich, dass dadurch auch der Halt des Zahnes im Knochen abnimmt. Wir sehen mitunter Patienten, die jahrelang ihre Parodontose unbehandelt mit sich herumtragen. Bei uns in der Praxis setzt dann erstmal unser Prophylaxekonzept an. Der Patient lernt, was muss ich tun, um die Zähne gut zu pflegen. Das geht los mit Zahnreinigung und Mundhygiene. Patienten kommen drei, viermal im Jahr zu uns zur professionellen Zahnreinigung, da die Mundhygiene ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und Bekämpfung von Parodontitis ist. Wenn dann Parodontitis bleibt, gibt es immer noch die Möglichkeit operativ heranzugehen. Das allerwichtigste zur Vorbeugung von Parodontose ist und bleibt die häusliche Zahnpflege.

Worin besteht die professionelle Zahnreinigung?

Es werden harte Belege entfernt, von Tee, Kaffee, Zigaretten, alles was dunkle Verfärbungen auf den Zähnen verursacht. Weiche Belege werden irgendwann zu harten Belegen und da sitzen dann Bakterien drin, manchmal versteckt, so gerade eben einen Millimeter unter dem Zahnfleischsaum. Die werden regelmäßig mit Ultraschall, mit Handinstrumenten und mit Pulverstrahlern von der Zahnoberfläche ganz sorgfältig entfernt. Diese Zahnreinigung übernehmen speziell dafür geschulte Fachangestellte. Und danach, das ist ganz entscheidend, wird Zahn für Zahn, Fläche für Fläche mit Gummipolierern und Bürsten gereinigt und überpoliert, damit die Oberfläche möglichst glatt zurückbleibt, so dass genau diese Ablagerungen nicht so schnell zurückkommen. Das Schlimmste ist, wenn grob sauber gemacht wird und der Patient geht mit rauen Oberflächen wieder nach Hause. Dann geht es mit Zahnstein und den Verfärbungen ganz schnell wieder los.

 

 

 

 

 

 

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